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Eine Brücke zwischen Phantasie und Wissenschaft

Der Space Club des Vereins KIDS & CO zog zwölf Jahre lang – vom 25. September 1998 bis zum 31.12.2010 – Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in seinen Bann. Ziel des Projektes war es, junge Menschen für Wissenschaft und Technik, speziell Raumfahrt, zu begeistern. Hierfür nutzte der Space Club ein einzigartiges, phantasievolles Ambiente mit „Mondbasis“, begehbarer Mondlandlandschaft und Planetarium – entwickelt und erbaut mit jugendlichen Science-Fictions-Fans, die hier so manches Weltraumabenteuer erlebten und in eigene Filmversionen verwandelten.

Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die europäische Weltraumbehörde ESA unterstützten die Arbeit des Projekts mit Fachvorträgen und kindgerechten Infomaterialien und Filmen. Astronauten wie Sigmund Jähn, Hans Wilhelm Schlegel, Sergej Saljotin und Alexander Serebrow oder der NASA-Vertreter Jesko von Putkamer gehörten zu den prominenten Besuchern des Projekts. Auch Familienministerin Dr. Christine Bergmann konnte als Gast begrüßt werden.

Der Berliner Raketenmodellsportclub beteiligte sich mit einer Arbeitsgemeinschaft Modellbau für Kinder. Wetterstation, internetfähige Computer mit Astronomiesoftware, viele Filme und eine große Sammlung einfacher, kindgerechter Experimente machten den Spaceclub zu einem Lernort der besonderen Art. Hier konnte man mit einer Mülltüte, etwas Draht, Aluminiumfolie und Spiritus in kurzer Zeit einen funktionierenden Heißluftballon bauen, per Teleskop die Sonne beobachten oder Pocket Rokets – etwa 3 cm langen Miniraketen aus Stanniol und Zündhölzern bauen und starten lassen.

Das Projekt wurde komplett aus Spendenmitteln aufgebaut und ehrenamtlich bzw. mit Hilfe von Arbeitsfördermaßnahmen betreut. Leider gelang es nicht, die Arbeit auf dieser Basis längerfristig zu sichern.


Neben der United Space Parade sei an dieser Stelle an zwei besondere Veranstaltungsangebote erinnert:

 

Space Nights - Spaß mit technischer Perfektion

 

Unsere Space Nights waren fantasievolle Aktionsspiele für Kinder ab 10. Wer hier bestehen wollte brauchte Ideen, Erfindungsreichtum und Wissen. Die Teilnehmer/innen wurden mit erdachten Situationen und Problemen – meist im Weltraum – konfrontiert und mussten gemeinsam als Team und im Zusammenwirken mit anderen Gruppen unter Anwendung moderner Technik Problemlösungen finden.

Ein Beispiel hierfür ist: „Die Flucht vom Mond“ (nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Andreas Schlüter - umgesetzt in Kooperation mit dem Raumfahrtzentrum im FEZ Berlin-Wuhlheide) Handlungsrahmen: Kinder landen aus Versehen auf dem Mond und müssen aus eigener Kraft versuchen, wieder nach Hause zu kommen.

Im Vorfeld dekorierten wir Räume um und verfremdeten sie. Der Start erfolgte im umgestalteten Tonstudio des Hauses. Hier begann mit dem Anschnallen das große Weltraumabenteuer. Ein Trickfilm führte die Kinder ins All, Szenen aus dem Film „Spaceoddissey“ simulierten Schwerelosigkeit und auf ein vorbereitetes Kommando brachte ein Alarm mit Nebelmaschine die Kindermannschaft per Bruchlandung in vernebelte Flure. Tonbandaufzeichnungen ließen Mondwölfe heulen und so kamen die Mädchen und Jungen aufgeregt in der Mondbasis des Spaceclubs an. Hier erwartete sie ein mürrischer Admiral mit seiner Besatzung.

Er erteilte den Kindern die Aufgabe, den Rückweg vom Mond selbst zu erforschen. Sie mussten Lösungsvarianten im Internet finden, sich Gedanken machen, wie man auf dem Mond überleben kann oder Wissenschaftler um Rat fragen.

In Gruppen mussten Aufgaben gelöst werden. Die einen bauten mit Pappkartons, Plastikmüll, Alufolie, Farben, Pinsel und Klebepistolen einen Replikator (Energiecomputer, genutzt in der STAR TREK-SERIE), um genügend Nahrung und Wasser herstellen zu können. Die anderen verschwanden in der Werkstatt, um Raketen für den „simulierten“ Rückflug zu bauen. Eine weitere Gruppe nahm Kontakt per Bildtelefon zur Mannschaft in der Wuhlheide auf, um aktuell zu berichten, Informationen auszutauschen, sich abzustimmen und sich auch gegenseitig Tipps zu geben.

Im Hof wurden schließlich die selbstgebauten Raketen gestartet. Zur Begeisterung aller Akteure flogen sie fast 100 Meter in die Höhe. Die kleinen Landekapseln kamen an Fallschirmen zurück und stellten symbolisch die erfolgreiche Landung auf der Erde dar.

 

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Space Weeks – technische Jugendbildung als Auftrag für die Zukunft

 

Die Veranstaltungsreihe begann zunächst als wissenschaftlicher Teil der USP und wurde 2001 und 2002 separat durchgeführt. Sie richtete sich in erster Linie an Lehrer/innen, Erzieher/innen und Mitarbeiter/innen in Jugendeinrichtungen. Anliegen war es zum einen, den teilnehmenden Multiplikatoren aus 4 Bundesländern Inhalte und Methoden technischer Jugendbildung anhand der Raumfahrt zu vermitteln und zum anderen in angeregter Diskussion von den Erfahrungen anderer zu lernen. Multimedia-Shows, Vorträge, Erfahrungsberichte, Workshops und praktische Vorführungen fanden statt.

Aus dem Programm 2002:

  • Dr. Wolfgang Schneider vom DLR Köln stellte die Schüler- und Nachwuchsprogramme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt vor, gab Hinweise zum Bezug von Unterrichts- und Informationsmaterialien, schilderte die Möglichkeiten von School Labs und bot die Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen, Foren und Vorträgen an.

  • Das Raumfahrtzentrum im FEZ Wuhlheide und der Space Club von KIDS & CO, die bereits seit einigen Jahren mit dem DLR, der DGLR, der ESA und anderen Einrichtungen der Luft- und Raumfahrt zusammenarbeiten, schilderten ihre Erfahrungen mit Arbeitsgemeinschaften und bei der Durchführung von Projekttagen mit Schulklassen. Im Mittelpunkt der sich daran anschließenden regen Diskussion standen Themen, wie das Wecken von Interesse an Wissenschaft und Technik, die Zusammenarbeit von Schulen und technischer Jugendbildung, die Erarbeitung von spannenden Angeboten sowie die punktuelle Zusammenarbeit der teilnehmenden Gäste.

  • Vertreter der DGLR und der TU Berlin legten dar, welche Berufschancen junge Leute in der Luft- und Raumfahrt heute haben. Dabei hoben sie die Bedeutung von technischer Jugendfreizeit- und –Bildungsarbeit hervor. Für die Ausbildung oder das Studium erforderliche Schlüsselqualifikationen wie Computerkenntnisse, technisches und wissenschaftliches Grundverständnis sowie Teamfähigkeit werden oftmals in Arbeitsgemeinschaften und außerschulischen Jugendeinrichtungen erworben.

 

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